Vermehre deine Gehirnzellen durch Jonglieren – Teil 3

Vermehre deine Gehirnzellen durch Jonglieren – Teil 3

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Übung 3:

Übung 3 funktioniert so ähnlich wie Übung 2. Aber – so wie die Internetseite http://www.jonglier-fix.de betont – eben nur SO ÄHNLICH. Im Grunde ist die gesamte Übung 2. eine Vorübung für Übung 3.

Auch bei dieser Übung wirfst du den Ball wieder von unten in die entgegengesetzte Schulterrichtung, aber du fängst den Ball nicht an derselben Stelle. Bei Übung 2 hatten wir den Ball etwa auf Schulterhöhe SOFORT gefangen. Bei dieser Übung fangen wir den Ball NICHT SOFORT, SONDER VERZÖGERT, d.h., wir verfolgen mit der Fang-Hand zunächst die Flugbahn des Balles und WARTEN, BIS ER NACH DEM FALLEN etwa wieder Hüfthöhe erreicht hat. Noch während der Ball fällt, ÜBERHOLEN WIR DEN BALL MIT DER FANGHAND UND FÜHREN SIE UM DEN BALL HERUM, OHNE IHN ZU BERÜHREN, d. h., NACH DEM HERUMFÜHREN DER HAND zeigt der Handteller der Hand nach oben und wir fangen den Ball in genau derselben Handhaltung auf, wie wir das von Übung 1 kennen – Arme angewinkelt, Hände nach vorne, Handteller nach oben – allerdings wird der Ball etwas weiter seitlich vom Körper weg gefangen.

Das „Herumführen der Hand um den FALLENDEN Ball“ ist der schwierigste Teil der Übung, und zwar aus zwei Gründen: Erstens ist es zutiefst ungewohnt, ein „fliegendes Objekt“ mit den Händen zu verfolgen, ohne es auch zu fangen – es kommt Panik auf, weil sofort der Eindruck entsteht, man habe nicht genug Zeit. Der Eindruck, dass man nicht genug Zeit habe, entsteht jedoch insbesondere dadurch, weil die Fang-Hand den Ball WÄHREND DES FALLENS GLEICHZEITIG ÜBERHOLT UND DABEI EINE HALBE UMDREHUNG UM IHN KREIST, SO WIE DER MOND UM DIE ERDE. Das Entscheidende dabei ist: Die Fang-Hand bewegt sich SCHNELLER als der Ball.

Der zweite Grund, warum diese Übung Anfängern sehr schwer fällt, ist, dass die Handhaltung vom ersten Moment an nicht mit der Handhaltung von Übung 2 übereinstimmt. Während bei Übung 2 der Unterarm – und damit die Fang-Hand NACH AUSSEN gedreht wird, ZEIGEN HIER DIE HÄNDE DIE GANZE ZEIT ÜBER NACH VORNE, also genauso, wie sie bei der Vorübung VON Übung 2 auch nach VORNE zeigten. Beschreibe noch einmal mit den Fingern nach vorne eine liegende Acht – so wie bei der Vorübung zu Übung 2 – dann stehen die Hände automatisch richtig! In dieser Handhaltung musst du die Fang-Hände jeweils um den zu fangenden Ball führen und nach der halbmondförmigen Umkreisung etwa in Hüft-Höhe auffangen.

Noch etwas: Achte darauf, dass du nicht schon anfängst, die Fang-Hand zu bewegen, bevor du den Ball von unten losgeworfen hast. Die Vorstellung, man könne es zeitlich nicht schaffen, verführt Anfänger oft dazu, mit der Fang-Hand schon einmal „vorzupreschen“, um so Zeit zu sparen und einen Vorsprung zu bekommen. Aber dann zerbricht die (gedachte Figur der)Acht und die Koordination kommt durcheinander. Beim genauen Beobachten wird dir auffallen, dass die koordinierte Bewegung beider Hände exakt eine Acht beschreibt – aber nur dann, wenn sich die Arme HINTEREINANDER und NICHT PARALLEL bewegen.

Also: Zuerst die Wurf-Hand bewegen und den Ball werfen (erstes Viertel der Acht), mit der Fang-Hand den Ball verfolgen und um den Ball führen, bis er unten etwa auf Hüft-Höhe gefallen ist (zweites und drittes Viertel der Acht) und danach den gefangenen Ball bis zu Wurfposition in die entgegengesetzte Richtung weiterführen (viertes Viertel der Acht). DAFÜR haben wir die Vorübung gemacht!

Das alles hört sich sehr kompliziert an und ist etwas knifflig zu beschreiben, am besten siehst du dir zu dieser Übung ein Video an.
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Wieso macht Jonglieren intelligenter?

Wieso wirkt Jonglieren nicht nur entspannend, sondern sogar belebend? Und aus welchem Grunde macht Jonglieren angeblich „intelligenter“? Wir wollen uns hierzu eine wissenschaftliche Studie der Universität Regensburg aus dem Jahr 2004 ansehen.

Der Regensburger Neurologe PD Dr. Arne May und sein Team hatten Erwachsene (Altersdurchschnitt 22 Jahre) im Jahre 2004 drei Monate lang das Jonglieren lernen lassen. Danach wählten sie die Besten aus und verglichen deren Gehirne mit Probanden, die das Jonglieren nicht gelernt hatten. Bei den Jongleuren vergrößerte sich derjenige Bereich im Gehirn, welcher darauf spezialisiert ist, Bewegungen von Objekten im dreidimensionalen Raum wahrzunehmen. Allerdings bildete sich dieser Bereich nach dreimonatiger Trainingspause teilweise wieder zurück. Überraschenderweise ergaben Versuche mit über 50-Jährigen ähnliche Ergebnisse, d. h., immer waren die Probanden – ungeachtet des Alters – trainierbar und dieses Training fand seinen Niederschlag in einem Zuwachs an Gehirnzellen in dem oben erwähnten Bereich. Der zweite betroffene Bereich des Hirns, in dem ebenfalls ein Zuwachs an Gehirnzellen zu verzeichnen war, war für das Ergreifen von Gegenständen verantwortlich.

Hatte man bis dahin angenommen, dass ein Zuwachs an Gehirnzellen nur bei jungen Leuten möglich sei, bewies die oben zitierte Studie von Wissenschaftlern der Universitäten Jena und Regensburg erstmals, dass ein Zuwachs an Gehirnzellen auch bei über 50jährigen durch das Erlernen des Jonglierens die REGEL ist. Dieses Forschungsergebnis steht im krassen Widerspruch zu den bisherigen Annahmen und Funden der wissenschaftlichen Forschung, welche besagen, dass die Gehirnzellen im Alter drastisch abnehmen, da sie sich entweder durch Krankheit oder altersbedingt zurückbilden. Ein diese Studie betreffender Artikel wurde am 22. Januar 2004 in der international renommierten Zeitschrift Nature (Nr. 427, Seiten 311-312) veröffentlich. *

Um die hirnorganischen Veränderungen nachweisen zu können, wurden Aufnahmen mittels Magnetresonanztomographie (MRT) – durch den Co-Autor Dr. Christian Gaser von der Friedrich-Schiller-Universität Jena. – angefertigt und diese dann Ebene für Ebene analysiert. Unerwartet für die Auswertung war, dass die beobachteten Veränderungen weniger im motorischen als vielmehr – wie erwähnt – im visuellen Bereich des Hirns stattfanden, wo das Erfassen von räumlichen Bewegungsabläufen umgesetzt wird. Die gefundenen Ergebnisse beweisen somit, dass ein enger Bezug zwischen diesen hirnorganischen Veränderungen und dem Erlernen des Jonglierens besteht. Da bei diesem Prozess unzählige neue Gehirnzellen entstehen, könnte man auch sagen: Jonglieren macht intelligenter!

*siehe dazu auch:
1) Rudolf F. Dietze, Universität Regensburg, Stefanie Hahn, Universität Jena: „Jonglieren lässt Erwachsenenhirne anwachsen“, Studie der Universität Regensburg vom 21.01.2004, Pressemitteilung des Informationsdienstes Wissenschaft (idw), einsehbar hier.

2) Nature, Nr. 427, Seiten 311-312, January 22nd 2004: „Neuroplasticity: Changes in grey matter induced by training“ by Bogdan Draganski, Christian Gaser, Volker Busch, Gerhard Schuierer, Ulrich Bogdahn & Arne May, vollständigen Bericht hier (kostenpflichtig) erwerben.

3) Zeit Online: Beruf / „Gehirnleistung | Jonglieren entspannt und macht schlau“ von Tina Groll.

In Bezug auf die Jonglierübungen siehe: www.jonglier-fix.de

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