Nachhilfe jetzt auch ohne Versetzungsgefahr möglich!

Harz IV-Empfänger aufgepasst! Nachhilfe jetzt auch ohne Versetzungsgefahr möglich!

Nachhilfe für Kinder von Harz IV-Empfängern war bisher nur möglich, wenn das betreffende Kind Gefahr lief, nicht versetzt zu werden. Aufgrund eines Erlasses des Ministeriums für Arbeit, Integration und Soziales vom 18.07.2012 können Eltern jedoch jetzt bei ihrem Job-Center Nachhilfe-Anträge für ihre Kinder stellen, wenn eine zusätzliche Lernförderung erforderlich ist, „um die nach schulrechtlichen Bestimmungen festgelegten wesentlichen Lernziele zu erreichen.“*1

Zudem wird grundsätzlich auch die Erreichung eines höheren Lernniveaus gefördert, um so die Ausbildungschancen der Schulabgänger auf dem Arbeitsmarkt zu erhöhen.

Harz IV-Empfänger mit Kindern im Grundschulalter können darüber hinaus für ihre Kinder einen Antrag auf Lernförderung (Nachhilfe) stellen, wenn durch diese Maßnahme die Wahrscheinlichkeit erhöht wird, dass die Kinder eine Empfehlung für eine höhere Schulform erhalten. Denn in der Grundschule werden die Weichen für die Zukunft der Kinder gestellt: Je nachdem, ob sie danach auf die Haupt-, die Realschule, das Gymnasium oder eine alternative Schulform gehen, klaffen die Ausbildungs- und individuellen Entwicklungsmöglichkeiten weit auseinander. Deshalb ist es das Interesse der Landesregierung, möglichst viele Kinder auf weiterbildende Schulen zu schicken – und dieses Ziel durch Gewährung von Nachhilfeunterricht zu fördern.

Auch Kinder mit einer Lese- und Rechtschreibschwäche (LRS) sowie von Dyskalkulie (Schwierigkeiten beim Rechnen) betroffene Kinder haben nun nach dem neuen Erlass erstmalig Anspruch auf Nachhilfe. Das gleiche gilt für Kinder, welche beispielsweise aufgrund hirnorganischer Einschränkungen noch starke Schwierigkeiten beim Sprechen haben und somit zusätzliche Übungsstunden benötigen („Herstellung der Sprachfähigkeit“).

Neu ist ebenfalls, dass jetzt auch für Kinder aus Förder- und Gesamtschulen sowie für Kinder, welche sich in der Schuleingangsphase befinden, Nachhilfe beantragt werden kann.

Die Anzahl der förderungswürdigen Stunden beträgt i. d. R. maximal 35 Stunden im ersten Jahr sowie max. 20 Stunden im ersten Folgejahr, bis zu zwei Folgejahre kann ein Antrag aufrecht erhalten werden. Die erforderlichen Unterlagen sind der Antrag, den Zusatzfragebogen und das Zusatzblatt: Antrag auf Bildung und Teilhabe.

Der Antrag kann direkt dem Jobcenter oder bei der Servicestelle für Bildung und Teilhabe (Hans-Böckler-Str. 5, 53225 Bonn, Tel. 0228 – 77 49 49) eingereicht werden.

Ergänzende Informationen zu dem obigen Artikel finden Sie auch unter:
*1 www.schulministerium.nrw.de/BP/Schulsystem/Ganztagsbetreuung/Bildungs_Teilhabepaket/index.html
www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/hartz-iv-nachhilfe-auch-ohne-versetzunggefahr-9001155.php