Mehr Sprechen im Fremdsprachenunterricht

Mehr Sprechen im Fremdsprachenunterricht

Wenn es zur Wahl der zweiten Fremdsprache in der Schule kommt, sind Französisch und Latein immer noch die erste Wahl. Doch die Vielfalt des Sprachangebots nimmt zu. Ob Spanisch, Italienisch, Russisch und seit einiger Zeit auch Chinesisch – mehr und mehr Sprachen buhlen um die Gunst der Schülerinnen und Schüler sowie einen festen Platz auf dem Lehrplan. Nicht selten geschieht dies mit Unterstützung von Verlagen, Organisationen, Politikern und Unternehmen, die bestimmte Sprachen fördern möchten. Doch um Schülerinnen und Schüler für eine Fremdsprache zu begeistern, sind auch neue Formen des Unterrichts von Nöten.

Trockener Frontalunterricht schreckt ab

Fremdsprachenunterricht bedeutet leider häufig immer noch trockenes Lernen von Vokabeln und Abarbeiten Grammatikübungen. Dies schlägt sich nieder in mangelnder Motivation seitens der Schülerinnen und Schüler, Frust und somit letztendlich hohen Abwahlquoten bei der zweiten Fremdsprache. Doch zumindest “lebendige” Sprachen wie Französisch oder Spanisch bieten genügend Potenzial für andere Unterrichtsmethoden.

Schülerinnen und Schüler sprachlich einbinden

Sprachen werden gelernt, um sie sprechen zu können. Viele Experten plädieren daher dafür, Schülerinnen und Schüler stärker sprachlich in den Unterricht einzubinden – nicht durch das Abfragen von Vokabeln oder Grammatikregeln, sondern als eigenständige Akteure im Dialogen. In praxisnahen Rollenspielen sollen die Schülerinnen und Schüler dabei alltägliche Kommunikationssituationen simulieren. Reden statt auswendig lernen. Gespräche führen statt Bücher wälzen. So entstünde mit der Zeit auch ein Gefühl für die Schriftsprache.

Veränderte Prüfungsbedingungen für Fremdsprachen

Neue Unterrichtsmethoden müssen sich auch in veränderten Prüfungsbedingungen niederschlagen, bzw. veränderte Prüfungsbedingungen erfordern eine andere Art der Vorbereitung. Hier befinden sich viele Bundesländer bereits in einem Umstrukturierungsprozess. Nach und nach werden im Abitur auch mündliche Fremdsprachenprüfungen ermöglicht.

Internet und Medien nutzen

Auch der Einsatz von Medien kann helfen. Fremdsprachige Musik und Filme bringen Abwechslung in den Unterricht und wecken die Aufmerksamkeit der Schülerinnen und Schüler. Sie vermitteln die Kultur des jeweiligen Landes und machen die Sprache greifbar. Auch das Internet bietet vielfältige Möglichkeiten, um fremde Sprachen und die Länder in denen sie gesprochen werden, erlebbar zu machen. Nicht zuletzt ermöglicht es einen Austausch mit fremdsprachigen Schülerinnen und Schülern in anderen Ländern und somit eine wirklich authentische Kommunikation.