Doppel-Jahrgang Abitur Teil 1

Der doppelte Abiturjahrgang 2013 nach den Prognosen der Kultusministerkonferenz

Im Rahmen der Verkürzung der gymnasialen Ausbildung von 13 auf 12 Jahre, haben im Schuljahr 2010/2011 in Nordrhein-Westfalen  zwei Jahrgänge gleichzeitig mit der Oberstufe begonnen. Für das Schuljahr 2012/2013 bedeutet dies, dass im Jahr 2013 auch zwei Jahrgänge das Abitur ablegen und damit die allgemeine Hochschulreife erlangen werden.

Der doppelte Abiturjahrgang führt zu erhöhter Nachfrage nach Studien- und Ausbildungsplätzen

Mehr Absolventen bedeuten eine höhere Belastung für die Schulen. Vor allem bedeuten sie aber einen erhöhten Andrang auf die nächsthöheren Bildungsangebote – also Studien- und Ausbildungsplätze. Dies verpflichtet Schulen, Hochschulen und Ausbildungsbetriebe zu einer rechtzeitigen Vorbereitung. Sorgen machen sich aber vor allem die Schülerinnen und Schüler sowie ihre Eltern. Die Frage lautet vor allem: Werde ich bzw. wird mein Kind einen Studienplatz bekommen?

Die Kultusministerkonferenz geht nicht von einer Verdoppelung der Abiturienten aus

Zwei Jahrgänge machen die doppelte Anzahl an hochschulberechtigten Absolventen – so zumindest die landläufige Meinung. Glaubt man den Prognosen der Kultusministerkonferenz, dann wird diese Verdoppelung jedoch nicht eintreten. Es werden etwa 179.000 Studienberechtigte mit Fachhochschul- und Hochschulreife im Jahr 2013 erwartet. Das wären 50.000 mehr als im Jahr 2012.

Nicht alle Studienberechtigten beginnen auch sofort mit einem Studium

179.000 Studienberechtigte bedeuten nicht automatisch 179.000 Studienanfänger. Ein Teil der Studienberechtigten entscheidet sich auch für eine Berufsausbildung – hier wird von etwa 10.000 – 11.000 zusätzlichen Auszubildenden ausgegangen – und studiert erst danach oder überhaupt nicht. Auch Studienberechtigte die zunächst ein Praktikum, einen Freiwilligendienst oder einen Auslandsaufenthalt absolvieren, vermindern den Andrang auf die Hochschulen. Die Kultusministerkonferenz geht aktuell für das Jahr 2013 von etwa 111.000 Studienanfängern aus.

Die Prognosen werden wahrscheinlich nach oben korrigiert

Es ist allerdings unklar, ob die Prognosen auch zutreffen werden. In den Abschlussjahren 2009 und 2010 wurde die Zahl der Studienanfänger teils signifikant überschätzt. Gut möglich also, dass die aktuellen Prognosen nach oben korrigiert werden müssen. Da an die Prognosen unter anderem die Finanzierung des Hochschulpaktes geknüpft ist, ist eine Neuberechnung unumgänglich. Neue Zahlen werden für Ende des ersten Quartals 2012 erwartet.